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Das Baby wächst und benötigt daher mehr als nur Milch

Babys entwickeln sich in den ersten sechs Monaten schnell, ihr Körpergewicht verdoppelt sich. Für das weitere Wachstum benötigen sie mehr als nur Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung.

Natürlich wird das Baby auch nach dem sechsten Monat und mindestens bis zum ersten Jahr noch immer gestillt, gleichzeitig aber beginnen wir auch mit der Einführung von ergänzender Mischernährung: Milch-Getreide-, Gemüse-Getreide-, Gemüse-Fleisch- und Obst-Getreide-Breie, die mit der Zeit stufenweise, immer sämiger zubereitet werden, so dass sie das Baby zum Kauen und Schlucken anregen.

Die beste Zeit für die Einführung von neuen Lebensmitteln und sämiger Nahrung ist zwischen dem fünften und sechsten Monat. Wir raten Ihnen entschieden davon ab, sämige Nahrung vor dem vollendeten vierten Monat einzuführen (vor der 17. Lebenswoche des Kindes), da die Verdauungsorgane des Babys noch nicht vollständig ausgereift sind und nicht eine vielseitig zusammengesetzte Nahrung verdauen können. Warten Sie aber auch nicht zu lange, denn nach dem vollendeten sechsten Monat (nach der 26. Lebenswoche des Kindes), gewährleist Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung häufig nicht mehr eine genügende Versorgung mit Nährstoffen, die das Baby benötigt. In der Beikostphase müssen wir bei gestillten Babys und Babys, die mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert werden, mehr als 90 % des täglichen Eisenbedarfs mit Lebensmitteln, die eine gute Eisenquelle sind, decken.

Sämigkeit der Nahrung für verschiedene Alters- und Entwicklungsstufen

Alter (in Monaten)

Reflexe/Fertigkeiten

Sämigkeit der Nahrung

0–6

– Saugen und Schlucken

– flüssig

4–7

– Erscheinung des frühen Kauens
–verstärkte Saugkraft
– der Würgreflex verschiebt sich von der Mitte zum letzten Drittel der Zunge

– flüssig
– pürierte Lebensmittel (ausnahmsweise, wenn die individuellen Ansprüche ein Bedürfnis nach ergänzender Ernährung aufweisen)

7–12

– Leeren des Löffels mit den Lippen
– Beißen und Kauen
– seitliche Zungenbewegungen
– Drücken der Nahrung zu den Zähnen

– pürierte Lebensmittel
– klein geschnittene Lebensmittel, die sich mit der Familienernährung ergänzen
– stufenweiser Übergang auf fünf Mahlzeiten: drei Hauptmahlzeiten, zwei Zwischenmahlzeiten

12–24

– kreisförmige Bewegungen beim Kauen
– Stabilität des Kiefers

stufenweiser Übergang auf die Familienernährung

(Standardempfehlungen für die Europäische Union; 2008)

Wir beginnen mit der Einführung von Lebensmitteln, wenn das Baby dazu bereit ist!

Wenn wir das Baby im Alter zwischen dem vierten und sechsten Monat genau beobachten, bemerken wir, dass es uns mit bestimmten Zeichen seine Bereitschaft, für eine stufenweise Einführung von sämiger Nahrung, mitteilt. Diese Zeichen sind schnell auftretender Hunger nach einer üppigen Stillmahlzeit oder einer Milchmahlzeit, ständig kürzere Abstände zwischen den Mahlzeiten, unruhigere Nächte, Speicheln oder Weinen beim Anblick von Nahrung, Kauen an Allem was ihm in die Hände kommt… In den ersten Wochen, zu Beginn der Einführung von neuer Nahrung, haben Sie Geduld. Diese Umstellung auf sämige Nahrung ist am Anfang vor allem lernen, forschen, entdecken und nicht eine wichtige Quelle der Ernährung. Die erste Nahrung, die wir dem Baby anbieten, sollte einfach sein und einen neutralen Geschmack haben, damit sich das Baby leichter daran gewöhnt.

Wenn Sie sich dazu entschließen dem Baby neue Gerichte und deren Geschmäcker vorzustellen, wählen Sie eine Tageszeit aus, in der Sie und das Baby entspannt sind. Zu Beginn bieten Sie dem Baby eine kleine Menge des Gerichts am Löffelende an. Den meisten Babys wird es gelingen einen Teil der Nahrung zu schlucken, wobei ihnen der Rest am Kinn entlang herunterfließen wird. Bieten Sie dem Baby jeden Tag einen Löffel mehr an. Wir führen neue Lebensmittel mit einem einwöchigen Abstand ein, damit sich das Baby leichter an den Geschmack gewöhnt und wir bei einer eventuellen Überempfindlichkeitsreaktion leichter feststellen können, welches Lebensmittel diese verursacht hat.

Lassen Sie sich Zeit und vergessen Sie nicht, dass in dieser Phase noch immer die wichtigste Nahrung ihres Babys Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung ist. Gleichzeitig aber wird sämige Nahrung eine immer wichtigere Quelle von Nährstoffen.

Ich möchte die Mütter noch darauf aufmerksam machen, dass die Ablehnung von neuen Lebensmitteln, z.B. von Gemüse ein normaler Teil im Prozess des Kennenlernens von neuen Geschmäckern ist. Wenn das Baby beim ersten Mal den angebotenen Spinat ablehnt, bedeutet das noch nicht, dass es diesen nicht mag. Liebe Mütter, haben Sie Geduld, und bieten Sie den unglücklichen Spinat (oder ein anderes Lebensmittel) dem Baby auf eine unaufdringliche Weise, noch mindestens 8- bis 11-mal an. Denn 70 % der Babys nehmen den Geschmack eines bestimmten Gemüses erst nach dem achten Versuch an. Diese Babys werden den Spinat auch noch 9 Monate später essen, obwohl sie dann als Kleinkinder schon alleine im Stande sind den Tisch entschlossen zu verlassen, wenn ihnen etwas nicht schmeckt. Seien Sie nicht eine von den 85 % der Mütter, die schon nach drei Versuchen verzweifeln und den Schluss ziehen, dass ihr Baby folglich kein Gemüse mag.

Informationen dazu, wie man am besten die Nahrung vom Anfang des fünften bis zum zehnten Lebensmonat einführt und verschiedene Speisepläne finden Sie in unserer Rubrik Kinderernährung - Meine ersten Mahlzeiten.

Einführung von neuer Nahrung vom Anfang des 5. bis zum 10. Lebensmonat des Babys

Alter (in Monaten)

Menge

Lebensmittel die wir einführen

5–6

90–100 g

Gemüse: Karotten, Kohlrüben, Zucchini, Karfiol, Broccoli, Fenchel, Spinat...

30–45 g

Fruchtsaft ohne Zuckerzusatz: Apfel- oder Johannisbeerensaft bzw. Saft mit Vitamin C angereichert (40 mg Vit. C/100 ml) – in den Gemüse-Brei mischen

40–60 g

Stärke: Kartoffeln, Reis, Mais (Polenta)

20–30 g

Fettarmes Fleisch: Kalbfleisch, Hühnerfleisch, Putenfleisch, Kaninchenfleisch

8–10 g

Fette: Rapsöl, Sojaöl, gelegentlich Butter...

* Mittagessen: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (150–200 g)
* Einen Monat nach Beginn der Einführung von Nahrung ersetzen wir die erste Milchmahlzeit.

6–8


100–120 g

Gemüse: Karotten, Kohlrüben, Zucchini, Karfiol, Broccoli, Fenchel, Spinat...

20 g

Obst: frisches Saisonobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Nektarinen, Marillen, Heidelbeeren, Himbeeren, Bananen (da Bananen sehr süß sind pürieren wir sie zusammen mit anderem saureren Obst)

60–80 g

Stärke: Kartoffeln, Reis, Mais (Polenta)
Gluten: Weizen (Grieß), Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel
Die optimalste Zeit für Einführung von Gluten ist zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat.

30–40 g

Fettarmes Fleisch: Kalbfleisch, Hühnerfleisch, Putenfleisch, Kaninchenfleisch
Meerfische: Makrele, Hering, Sardine, Lachs
Eigelb:1-mal pro Woche

10–12 g

Fette: Rapsöl, Sojaöl, gelegentlich Butter...

Mittagessen: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (200–250 g)
* Abendessen: Milch-Getreide-Brei (200–250 g)
** Einen Monat nach der Einführung des Mittagessens ersetzen wir die zweite Milchmahlzeit.

8–9




100–120 g

Gemüse: Karotten, Kohlrüben, Zucchini, Karfiol, Broccoli, Fenchel, Spinat...

100 g

Obst: frisches Saisonobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Nektarinen, Marillen, Heidelbeeren, Himbeeren, Bananen (da Bananen sehr süß sind pürieren wir sie zusammen mit anderem saureren Obst)

60–80 g

Stärke: Kartoffeln, Reis, Mais (Polenta)
Gluten: Weizen (Grieß), Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel
Die optimalste Zeit für Einführung von Gluten ist zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat.

20 g

Vollkorngetreide: Haferflocken, Dinkelflocken, Roggenflocken, Vollkorn-Teigwaren, ungeschälter Reis

30–40 g

Fettarmes Fleisch: Kalbfleisch, Hühnerfleisch, Putenfleisch, Kaninchenfleisch
Meerfische: Makrele, Hering, Sardine, Lachs
Eigelb:1-mal pro Woche

20 g

Milchprodukte: herkömmlicher Joghurt, Topfen, Käse, Sauer- und Süßrahm
Joghurt, Topfen, Käse geben wir Breien bei und nie als selbständige Mahlzeit.

12-15 g

Fette: Rapsöl, Sojaöl, Olivenöl, gelegentlich Butter...

Mittagessen: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (200–250 g)
Abendessen: Milch-Getreide-Brei (200–250 g)
*** Zwischenmahlzeit am Nachmittag: Getreide-Obst-Brei (200–250 g)
*** Zwei Monate nach der Einführung von Mischkost ersetzen wir noch die dritte Milchmahlzeit.

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