Einfache erste Mahlzeiten

Gemüse und Fleisch

Nach der vollendeten 17. Lebenswoche (entspricht dem Alter von 4 Monaten) ist es Zeit neue Lebensmittel und sämige Nahrung einzuführen (Beikost). Entschieden wird davon abgeraten, sämige Nahrung früher einzuführen, denn die Verdauungsorgane des Babys sind noch nicht reif genug sich mit zusammengesetzter Nahrung auseinandersetzen zu können. Auch sollte man mit der Einführung nicht zu lange warten. Sämige Nahrung sollte bei allen Babys vor der 26. Lebenswoche eingeführt werden.

In den ersten Wochen der Einführung von sämiger Nahrung müssen Eltern Geduld zeigen, denn die Einführung von Nahrung ist anfangs vor allem Lernen, Forschen und nicht eine bedeutende Ernährungsquelle. Die erste Nahrung, die wir dem Baby anbieten, sollte einfach sein und einen neutralen Geschmack haben, damit sich das Baby leichter daran gewöhnt.

Zuerst Gemüse einzuführen

Es ist ratsam zuerst Gemüse einzuführen, da es einen neutraleren Geschmack hat als Obst. Andernfalls können neue Lebensmittel (z.B. Gemüse) vom Baby abgelehnt werden, da sie im Vergleich mit süßem Obst einen weniger ausgeprägten Geschmack haben.

Als erstes Gericht kann dem Baby gekochter Reis angeboten werden, der zusammen mit Muttermilch (Milchnahrung) in einen Brei, dick wie eine Cremesuppe, passiert wird. Reis (Kinder-Reis-Brei ohne Zuckerzusatz) ist ein neutrales Lebensmittel mit wenig Geschmack, daher eignet sich Reis am besten für das erste Gericht.

Wenn die Anfangsschwierigkeiten mit der Löffelmahlzeit nach der ersten Woche überwunden sind, können wir mit gekochten und zu einem Brei passierten Gemüse (Karotten, Zucchini, Karfiol, Brokkoli, Kohlrüben) fortfahren, die wir als selbständiges Gemüse-Püree zubereiten oder der Muttermilch mit Reis beigeben. Führen Sie zunächst eine Gemüsesorte ein und erst nach ein paar Tagen eine neue.

Als drittes Gericht, können wir dem Baby gekochte und pürierte Kartoffeln mit einem Löffel Raps- oder Sojaöl anbieten, denen wir das bereits eingeführte Gemüse beigeben: gekochte Karotten, Zucchini, Karfiol, Brokkoli, Kohlrüben.

Der Muttermilch oder Milchnahrung kann anstelle von Reis auch Mais-Brei beigeben werden. Nach neuen Ernährungsrichtlinien für eine gesunde Ernährung von Babys ist es empfehlenswert nach dem vollendeten 4. Lebensmonat und vor dem vollendetem 7. Lebensmonat, wenn das Baby noch überwiegend gestillt wird, in die Ernährung des Babys auch Getreide, die Gluten beinhalten (Weizen, Hafer ...), einzuführen. So wird die Gefahr der Entwicklung einer Zöliakie vermindert.

Die Einführung von Eiweiß beziehungsweise Fleisch.

In dieser Lebensphase beginnen wir in die Ernährung des Babys mehr Eiweiß einzuführen – in Form von Fleisch. Mageres Putenfleisch und rotes Kaninchen-, Fohlen- und Kalbfleisch sind die besten Fleischarten für die Einführung. Geflügel- und Kaninchenfleisch sind wegen ihrer kurzen Muskelfasern leicht verdaulich. Fleisch sollte zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen, da Fleisch in dieser Lebensphase die Hauptquelle von Eisen in der Ernährung des Babys ist (90 % des Eisenbedarfs muss mit Beikost gedeckt werden).

Die Bedeutung von hochqualitativen Fettsäuren

Sobald wir in die Ernährung des Babys einige Grundlebensmittel eingeführt haben, können Sie diese in Milch-Getreide-, Obst-Getreide- und Fleisch-Gemüse-Breien kombinieren. Vergessen Sie nicht, dass das Baby auch hochwertiges Fett benötigt. Dazu zählen vor allem pflanzliche Öle. Um das Baby mit allen essenziellen Fettsäuren zu versorgen, empfehlen wir, dass Sie eine Mischung hochwertiger Öle verwenden (Rapsöl, Sojaöl, Maisöl oder Olivenöl). Das Öl wird üblicherweise in Gemüse- oder Gemüse-Getreide- bzw. Fleisch-Breie am Ende der Zubereitung beigegeben, damit die hochwertigen Fettsäuren erhalten bleiben. Einer Mahlzeit von 150–200 g geben wir einen Teelöffel Öl bei (8–10 g).

Bereiten Sie die Breie möglichst mit frischem Gemüse zu. Ohne weiteres kann aber auch tiefgekühltes Gemüse verwendet werden. Einen frisch zubereiteten Brei können Sie auch in kleineren Behältern einfrieren, jedoch nicht länger als drei Wochen. Wichtig ist, dass wir den Breien keinen Zucker und kein Salz beigeben!

Erster Reis-Brei:

  • gekochten Reis
  • 100 ml Muttermilch (Milchnahrung)

In eine Cremesuppe pürieren.

Erster Gemüse-Brei:

  • 60 g Karotten (Zucchini, Kohlrüben, Karfiol oder Brokkoli)
  • 20 g gekochten Reis
  • 100 ml Wasser, in dem das Gemüse gekocht wurde (nach Bedarf mehr)
  • 8 g Rapsöl

Wir schneiden das Gemüse in kleine Stücke und kochen es in einer kleinen Wassermenge.

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei:

  • 60 g Gemüse (Karotten, Zucchini, Kohlrüben, Karfiol, Brokkoli oder Lauch)
  • 40 g Kartoffel
  • 20 g Kaninchenfleisch
  • 150 ml ungesalzene Rindfleischsuppe oder eine Suppenbasis*(nach Bedarf mehr)
  • 10 g Rapsöl

* Suppenbasis bereiten Sie aus magerem Rind- oder Geflügelfleisch mit Zusatz von Karotten, Kohlrüben und etwas Lauch zu.

Ab Beginn des 5. und bis zum 7. Monat (im Alter von vollendeten 4 bis 6 Monaten) ist der Energiewert der Nährstoffe in der Muttermilch oder einer Säuglingsanfangsmilchnahrung, wegen des schnellen Wachstums des Babys, nicht mehr ausreichend.

Die ersten Nährstoffe an denen es in der Ernährung gestillter Babys mangelt, sind Eisen und Zink. Deshalb fangen wir, zwischen dem 4. und 6. Monat, an, sämige und feste Nahrung einzuführen. Jedoch nicht vor der 17. Woche und nicht nach der 26. Woche, was bedeutet, dass alle Babys bis zur vollendeten 26. Woche anfangen sollten gemischte Nahrung zu essen.

Nach vollendetem 6. Lebensmonat ist das Baby schon so weit Entwickelt, dass es lernen kann vom Löffel zu essen. Bieten Sie ihm jedes neue Lebensmittel zu Beginn in kleineren Mengen, 1 bis 2 Löffel, und in flüssiger Form nur einmal am Tag an.

Neue Lebensmittel werden in einem einwöchigen Abstand eingeführt, so hat das Baby genügend Zeit sich an einen neuen Geschmack zu gewöhnen. Auf diese Weise werden auch Lebensmittel, die eine Überempfindlichkeit verursachen, leichter ermittelt.

Neue Mahlzeiten führen wir so ein, dass wir dreimal in einer Zeitspanne von vier Wochen eine Milchmalzeit mit einer neuen Mahlzeit ersetzen (Tabelle 1). Beim Mittagessen bieten wir dem Kind einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, beim Abendessen einen Getreidemilchbrei und für die Nachmittagsmahlzeit einen Getreide-Obst-Brei an.

Die Empfehlungen gelten für gesunde Babys mit entsprechender Gewichtzunahme und entsprechendem Wachstum.

Quelle: Zusammengefasst nach den europäischen Empfehlungen der Gesellschaften ESPGHAN und ESPACI und den slowenischen Empfehlungen für die Ernährung von Babys.

Tabelle 1: Einführung von ergänzender/komplementärer/gemischter/fester Nahrung

Alter des Babys (Monate)

Mahlzeiten

1.- 6. Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung
5.- 7. Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung  (z.B. Novalac 2) Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
6.- 8. Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung  (z.B. Novalac 2) Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei Milch-Getreide-Brei
7.- 9. Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung  (z.B. Novalac 2) Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei Getreide-Obst-Brei Milch-Getreide-Brei
10.-12. Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung  (z.B. Novalac 2) Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei Getreide-Obst-Brei Milch-Getreide-Brei

Empfehlungen für die Ernährung eines gesunden Babys:

  • Bei der Einführung von Beikost wird das Stillen fortgesetzt.
  • Neue Lebensmittel werden in einem einwöchigen Abstand eingeführt.
  • Bitte haben Sie Geduld, aber auch ein gewisses Maß an Ausdauer (vor allem bei Gemüse) bei der Einführung von neuen Lebensmitteln. Im Durchschnitt muss ein neues Lebensmittel 8 bis 11-mal angeboten werden, bis es das Kind annimmt.
  • Wir beginnen mit niedrigallergenen Lebensmitteln: Gemüse (Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl, Kohlrüben, Zucchinis), Reis, Maisflocken, danach mit Obstbreien (Apfel, Birne, Banane).
  • Brot: ab dem 10. Lebensmonat.
  • Kuhmilch: als ein selbständiger Trunk nach dem 1. Lebensjahr. Kleinere Mengen können schon früher der Beikost dazugegeben werden (z.B. für die Zubereitung eines Getreidebreis oder Kartoffelpürees …).
  • Gluten (enthalten: Weizen, Weizengrieß, Roggen, Hafer, Haferflocken, Dinkel, Biogetreide für Babys, Teigwaren): wir führen Gluten in kleineren Mengen, zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat des Kindes ein, wenn es noch gestillt wird.
  • Eier: Eigelb: ab dem 6. Lebensmonat, Eiweiß: nach dem 1. Lebensjahr.
  • Zucker, Salz: nach dem 1. Lebensjahr.
  • Honig: nach dem 1. Lebensjahr.
  • Fische: möglich nach dem 6. Lebensmonat, sehr frische, junge Fische (z.B. Makrele, Hering, Sardinen, Lachs).
  • Meeresfrüchte: nach dem 1. Lebensjahr.
  • Sämige Nahrung mit Stückchen: es wird eine Einführung vor dem 10. Lebensmonat empfohlen. Bei späterer Einführung steigt die Wahrscheinlichkeit von Problemen beim Füttern.
  • Bei der Einführung von Beikost bei Kindern, die noch gestillt werden, muss die Beikost mehr als 90 % der Eisenversorgung decken. Diese Beikost muss ausreichend bioverfügbares Eisen enthalten (rotes Fleisch usw.).

Der Übergang auf angepasste Familienkost

Ab dem 10. Lebensmonat ist das Kleinkind beim Essen immer selbstständiger und wünscht an den Familienmahlzeiten teilzunehmen. Sie können ihm, aufgrund neuer Zähne, neben flüssiger und pürierter, auch feste Nahrung anbieten. Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst braucht nicht mehr püriert zu werden, schneiden Sie es in kleine Stückchen.

Das bedeutendste neue Lebensmittel, das wir dem Kind anbieten, ist Brot.

Anstelle eines Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breies bieten wir ihm ein Mittagessen an, das Gemüse, Kartoffeln (oder Reis oder Teigwaren) und ein wenig Fleisch oder Fisch enthält.

Ein Getreide-Obst-Brei eignet sich gut für den Vormittags- und Nachmittagsmahlzeit.

Den Milch-Getreide-Brei und morgendliches Stillen ersetzen Sie mit einem Frühstück und Abendessen, die Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung, abwechselnd Brot oder Getreideflocken und abwechselnd Obst oder Gemüse, enthalten.

Wir gewöhnen das Kind auf einen Ernährungsrhythmus: 3 Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) und zwei Zwischenmahlzeiten (Vormittags- und Nachmittagsmahlzeit).

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