
Vitamin D gehört zur Gruppe fettlöslicher Vitamine. Von Natur aus ist es nur in wenigen Lebensmitteln enthalten, dabei schließt es aber mehrere biologisch aktive Stoffe, so genannte Calciferole, ein.
Die bekanntesten exogenen Formen sind Ergocalciferol (Vitamin D2), aus pflanzlichen Lebensmittel und Cholecalciferol (Vitamin D3), aus Lebensmitteln tierischer Herkunft. Endogenes Vitamin D ist ein Cholecalciferol, den der Körper unter Einwirkung von Sonnenlicht (UV-B-Strahlen) aus Cholesterin herzustellen vermag. Diese Formen von Vitamin D müssen in zwei Stufen der Hydroxilation, in der Leber und den Nieren, aktiviert werden, wobei die aktive Form 1,25-Dihydroxycholecalciferol entsteht.
Durch die Aufrechterhaltung des Calcium- und Phosphatniveaus im Serum ermöglicht Vitamin D eine normale Mineralisation der Knochen und die Entwicklung des Knochengewebes. Vitamin D beschleunigt die Calciumabsorption und hat neben dieser auch andere Aufgaben im Organismus: Modulation des Zellenwachstums, der neuromuskulärer und immunologischer Funktionen und Verminderung von Infektionsprozessen.
Ein Mangel an Vitamin D kommt, aufgrund des Wachstums und der Entwicklung, am häufigsten bei Kindern, die jünger als drei Jahre sind, vor. Bei Neugeborenen ist der Status des Vitamin D stark durch den Vitaminstatus der Mutter bedingt, der auch die Menge des Vitamin D in ihrer Milch bestimmt. Die Hauptgründe für einen Mangel an Vitamin D bei Babys sind: eine Ernährung, die auf Muttermilch beruht oder wenn Stillen nicht möglich ist, auf einer Säuglingsmilchnahrung, Einführung von Lebensmitteln, die verhältnismäßig wenig Vitamin D beinhalten und die Tatsache, dass Babys aufgrund der Gefahr eines Sonnenbrandes, der Sonne sehr selten direkt ausgesetzt sind. Daher empfiehlt die Europäische Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D bei Babys, ab dem vollendeten 1. Lebensmonat, unabhängig vom Vitaminstatus der Mutter.
Die Folgen eines Vitamin D-Mangels können sehr für die Gesundheit sein. Eine der bekanntesten Mangelerscheinungen ist Rachitis. Charakteristisch für diese Krankheit ist eine Demineralisierung des Knochengewebes. Diese verursacht eine Erweichung und Deformation der Knochen, eine verlangsamte Entwicklung des Zahnschmelzes und Dentins, Hypokalzämie, Schmerzen in den Knochen, verminderten Muskeltonus, eine schlechtere Entwicklung und eine Wachstumshemmung.
Bei allen Babys und Kindern besteht ein höheres Risiko zur Entstehung eines Vitamin D Mangels. Am gefährdetsten sind aber folgende Gruppen: dunkel pigmentierte Kinder, Kinder, die nur kurz und selten der Sonne ausgesetzt werden (die sich überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten oder deren Körper gänzlich mit Kleidung bedeckt ist), Kinder, die bis in das späte Säuglingsalter gestillt werden und keinen Zusatz von Vitamin D bekommen und Kinder, die an bestimmten chronischen Krankheiten leiden.
Da bestätigt wurde, dass Vitamin D auch toxisch wirken kann, ist empfehlenswert, dass Vitamin D unter Aufsicht eines Experten beigegeben wird. Eine Überdosierung kann vor allem eine Hypokalzämie hervorrufen, die mit starkem Durst, Wachstumshemmung, Anorexie, Erbrechen, IQ-Senkung, Kalzifizierung des Weichgewebes und der Entstehung von Nierensteinen verbunden wird.
Es gibt nur wenige natürliche Quellen von Vitamin D. Fettfische (z.B. Hering, Makrele, Lachs, Sardinen, Thunfisch) und Dorschleberöl sind die reichsten Quellen von Vitamin D3, kleinere Mengen finden sich aber auch in der Rinderleber und im Eigelb. Eine gute Quelle von Ergocalciferol bzw. Vitamin D2 sind Pilze und Hefepilze. Heutzutage werden diese zwei Formen von Vitamin D der Milch, Milchprodukten und anderen Lebensmitteln, die von Natur aus wenig Vitamin D beinhalten, beigefügt.
Die Sonne ist nicht nur die größte Quelle von Energie sondern auch eine Quelle des Vitamin D, daher ist ein langer, warmer Sommer die beste Supplementation des "Sonnenvitamins".
Tena Niseteo, Dipl.-Ing. der Ernährungstechnologie
klinische Diätassistentin/Ernährungsexpertin
Referenzzentrum fur Kindergastroenterologie und Kinderernährung
Zentrum für Essstörungen und klinische Diätetik
Klinik für Kinderkrankheiten, Zagreb, Klaićeva 16