
Wir sprechen von Verstopfung, wenn das Baby oder Kind unregelmäßig (weniger als zweimal pro Woche) und erschwert harte Stuhlstücke ausscheidet, wobei die Babys häufig auch unter Schmerzen leiden. Es können sich aber auch Blutfasern oder frisches Blut, aufgrund von Anusverletzungen, im Stuhl finden. In diesem Fall suchen Sie sofort Ihren Kinderarzt auf.
Gestillte Babys leiden selten an Verstopfung, da ihre Darmmikroflora an die Muttermilch angepasst ist, die sie leicht verdauen können. Gestillte Babys haben einen häufigen Stuhlgang, auch nach jedem Stillen. Der Stuhl ist flüssiger und ungeformt.
Bei Babys, die mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert werden, kann Verstopfung häufiger auftreten. Diese Babys haben nicht so häufig Stuhlgang (haben nicht nach jeder Fütterung eine volle Windel), ihr Stuhl ist geformt, aber das ist noch keine Verstopfung. Sollte sich eine Verstopfung entwickeln, wechseln Sie von universeller auf speziell angepasste Säuglingsmilchnahrung für Babys mit Verstopfung.
Zu erschwertem Stuhlgang kommt es häufig bei der Einführung oder einem Wechsel von Säuglingsmilchnahrung bzw. beim Übergang vom Stillen auf Mischkost. Wenn Sie bemerken, dass die eingeführte Säuglingsmilchnahrung die Ursache für einen erschwerten Stuhlgang ist, wechseln Sie nicht sofort die Nahrung, sondern ändern Sie zuerst die Häufigkeit und die Zeiten der Fütterung mit dem gewählten Präparat.
Empfehlenswert sind regelmäßige Mahlzeiten, Fütterung alle 3 Stunden, ohne Zwischenmahlzeiten. Bieten Sie dem Kind mehr Wasser als normal an. Wenn die Verstopfung noch immer nicht abklingt, wechseln Sie auf eine angepasste Säuglingsmilchnahrung für Babys mit Verstopfung.
Verstopfung kann auch entstehen, wenn das Baby oder Kleinkind nicht ausreichend Nahrung isst bzw. Flüssigkeit trinkt. Für Linderung der Beschwerden empfiehlt sich bei Babys, nach vollendetem 4. Lebensmonat, ein Zusatz von 30–60 ml natürlichem Fruchtsaft (aus Pflaumen, Weintrauben), der mit Wasser oder Tee verdünnt wird und ein stufenweiser Übergang auf Mischkost.
Älteren Babys bieten wir bei der Einführung von Mischkost auch faserreiche Nahrung (Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Spinat, Erbsen) an und vermeiden die Einführung von Reis, Karotten, Bananen und Getreidebreien mit Schokoladezusatz.
Vor allem müssen wir aber auf einer Regelmäßigkeit bei den Mahlzeiten beharren, die in gleichen Zeitintervallen erfolgen müssen. Dadurch wird beim Baby eine normale Peristaltik ermöglicht. Ausgelassene oder zu häufige Mahlzeiten unterbrechen die normale Peristaltik des Darms. Vergessen Sie auch nicht auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser).
Zur Linderung der Beschwerden helfen auch sanfte Massagen des Bäuchleins und warme Bäder, die das Baby beruhigen. Wir können mit dem Kind auch „turnen“. Wir halten die Füßchen des Babys fest und kreisen sanft mit ihnen, um das Zusammenziehen und Dehnen der Bauchmuskeln anzuregen.
Verwenden Sie nie Abführmittel oder verschiedene Abführtees, auch wenn sie natürlich sind, ohne eine vorherige Beratung mit einem Arzt.
Andreja Širca Čampa, Dipl.-Ing. für Lebensmitteltechnologie (Uni)