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Salz und Zucker in der Kinderernährung

Kinder haben eine angeborene Neigung zu süßem und salzigem Geschmack und eine Abneigung gegen sauren und bitteren Geschmack.

KindAus der Perspektive der Evolution gesehen, werden Kinder von energiereicher (süßer) Nahrung angezogen, wobei sie, instinktiv, jene Nahrung meiden, die ihre Gesundheit negativ beeinflussen könnte. Diese genetischen Prädispositionen wurden in mehreren tausend Jahren entwickelt, als Nahrung, besonders die mit einem hohen Energiewert, verhältnismäßig schwer zugänglich war.

Heute allerdings könnte gerade diese Ernährungsneigungen, die Voraussetzung für eine unausgewogene Ernährung darstellen. Uns steht jederzeit zugängliche, preisgünstige und energiereiche Nahrung zur Verfügung, die einen hohen Gehalt an Zucker, Fett und Salz beinhaltet.

Genetische Prädispositionen können durch Erfahrungen verändert werden, folglich spielen vor allem Eltern eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Neigungen zu bestimmten Lebensmitteln und Geschmäckern. Es wird daher empfohlen bei der Einführung von neuen Lebensmitteln in die Ernährung des Kindes, diese in ihrer ursprünglichen Form, ohne Zucker- und Salzzusatz, zu verwenden. Das beeinflusst nicht nur die momentane Gesundheit, sondern bewirkt auch eine schwächere Neigung zu Süßem und Salzigem im späteren Leben.

Zucker

Kohlenhydrate sind die wichtigste Energiequelle des Körpers und werden in zwei Gruppen unterteilt: einfache Kohlenhydrate (Zucker) und zusammengesetzte Kohlenhydrate (Stärke). Zu den einfachen Kohlenhydraten gehören, unter anderem, Fruchtzucker (Fruktose und Glukose), Milchzucker (Laktose) und Haushaltszucker (Saccharose).

Haushaltszucker wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen. Er ist eine ausgezeichnete Energiequelle, doch er gibt dem Körper keinen einzigen wichtigen Nährstoff. Ein übermäßiger Zuckerverbrauch ist ein bedeutender Risikofaktor zur Entstehung von Karies, Übergewicht und Durchfall.

ZuckerBekannter Weise finden wir einfache Zucker in Lebensmitteln wie Süßigkeiten, Süßspeisen und Säften, häufig sind diese aber auch in einigen anderen Lebensmitteln versteckt: Ketchup, Frühstücksflocken, Backwaren, Fruchtjogurt und Desserts, konserviertem Obst und Gemüse und in verschiedenen Fertigsaucen.

Raffinierter Zucker sollte nicht gänzlich aus der Ernährung ihres Kindes gestrichen werden. Tatsache ist, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Beschränkung der Verwendung von raffiniertem Zucker auf 5 bis 10 % des täglichen Energiebedarfs vorsieht. Dies bedeutet, dass in einer empfohlenen täglichen Energiezufuhr bei Kindern, im Alter von 1 bis 4 Jahre (1000 kcal), 50 bis 100 kcal mit einfachen Zuckern gedeckt werden (2 bis 4 kleine Löffel).

Salz

Die Rolle von Salz bzw. Natriumchlorid besteht darin, das Flüssigkeitsgleichgewicht im Körper aufrechtzuerhalten und die Funktion der Verdauungsorgane und des Nervensystems zu unterstützen.

Kinder brauchen nur eine sehr geringe Salzmenge (1–2 g pro Tag); ihre Bedürfnisse werden ganz natürlich durch eine entsprechende Ernährungsweise gedeckt. So wie für Süßes haben Kinder auch eine angeborene Neigung für Salziges. Deshalb besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass Kinder deren Speiseplan aus salzigen Gerichten besteht, eine noch stärkere Neigung zum zusätzlichen Salzen entwickeln. Es ist bekannt, dass große Mengen an Salz Gesundheitsbeschwerden im späteren Leben hervorrufen können. z.B. hohen Blutdruck.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass neben der Salzmenge, die für die Essenszubereitung benutzt wird, auch ¾ der Gesamtmenge an Salz, die Kinder zu sich nehmen, in verarbeiteter Nahrung, wie Imbisse, Frühstücksflocken, Salami, Käse, Fertiggerichte, Saucen und konservierten Produkten, verborgen sind.

Die beste Art und Weise, wie die Zucker- und Salzmenge in der Kinderernährung verringert werden kann, ist vor allem, dass Sie das richtige Maß anstelle eines Verbots einführen. Verzichten Sie auf kohlensäurehältige Getränke und Säfte, verringern Sie die Menge von Knabbereien (wie z.B. Chips, Salzstangen), überprüfen Sie die Zusammensetzung der Produkte und kochen Sie vernünftig (mit der Verwendung einiger Gewürze, können Sie die Süße der Gerichte erhöhen, z.B. Zimt, Muskatnuss, Rosinen, oder den Geschmack verbessern, z.B. mit Basilikum, Petersilie, Origano).

 

Tena Niseteo, Dipl.-Ing. der Ernährungstechnologie
klinische Diätassistentin/Ernährungsexpertin

Referenzzentrum fur Kindergastroenterologie und Kinderernährung
Zentrum für Essstörungen und klinische Diätetik
Klinik für Kinderkrankheiten, Zagreb, Klaićeva 16

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