
Einige Neugeborene sind richtige "kleine Vielfraße" und sind am zufriedensten, wenn sie die ganze Zeit saugen können. Es ist durchaus in Ordnung, wenn einige Babys 12 mal oder öfter in 24 Stunden gefüttert werden wollen. So häufiges Füttern wird als normal angesehen und gewährleistet eine ausreichende Versorgung mit Milch. Wenn sich bei diesen Babys, nach den ersten drei Monaten, der Ernährungsrhythmus nicht von alleine einstellt, muss ihnen die Mutter dabei helfen. Wir empfehlen, nach dem vollendeten 6. Monat die Anzahl der Mahlzeiten stufenweise auf sechs bis sieben, gleichmäßig verteilte, Mahlzeiten zu verringern.
Wenn Babys mit einer Milchnahrung gefüttert werden, können Mütter bei schwer zu sättigenden Babys für Nachtmahlzeiten eine speziell angepasste Milchnahrung verwenden, die den Babys ein langanhaltendes Sättigungsgefühl gibt. So wird es leichter sein einen größeren Zeitabstand zwischen Mahlzeiten zu erreichen.
Ich möchte Sie gerne auf Neugeborene aufmerksam machen, die richtige "Schlafmützchen" sind. Sie verschlafen viele Stunden zwischen den Mahlzeiten und sind beim Füttern schnell mit dem Saugen fertig. Mütter sollten bei diesen "Schlafmützchen" in Betracht ziehen, dass sie vielleicht zu wenig Milchbildung haben und das Baby deshalb so viel schläft, um damit Energie zu sparen. Darüber sollten Sie sich mit Ihrer Stillberaterin oder Hebamme unterhalten. Sie wird das Baby wiegen und schnell feststellen, ob die Milchmenge ausreicht oder die Einführung einer Milchnahrung nötig ist.
Babys werden im Durchschnitt mit einem Gewicht von 3,5 kg geboren. Es ist völlig normal, wenn sie in den ersten fünf bis sieben Tagen etwas an Gewicht verlieren, denn die Milchproduktion der Mutter muss sich erst an die Bedürfnisse des Babys anpassen. Die zu erwartende Gewichtsabnahme ist aber kleiner als 10 %. Die Abnahme des Körpergewichts tritt einige Tagen nach der Geburt in der Geburtsklinik auf, wo Krankenschwestern durch Wiegen das Gewicht der Babys kontrollieren. Bei ausreichender Nährstoffzufuhr durch das Stillen erreichen Babys in 10 bis 14 Tagen wieder ihr Geburtsgewicht. Danach verläuft ihre Gewichtzunahme im Durchschnitt nach folgendem Schema:
Im ersten Jahr wachsen Babys durchschnittlich 25 cm. Im zweiten Jahr wachsen Kinder durchschnittlich 12 cm und nehmen 2,5 kg an Gewicht zu. Danach wachsen sie jedes Jahr durchschnittlich 10 cm und nehmen 2 kg an Gewicht zu. Ein Jahr vor dem Beginn der Pubertät wachsen Sie nur mehr 6 cm.
Babys bis zu einem Gewicht von 10 kg benötigen eine Zufuhr von 100 ml Flüssigkeit pro Kilo ihres Körpergewichts. Ein vollgestilltes Baby benötigt die ersten 6 Monate nichts anderes (außer eines Zusatzes an Vitamin D3), weil durch das Stillen auch das Bedürfnis nach Flüssigkeit gedeckt wird. Die Muttermilch ist Nahrungs- und Flüssigkeitsquelle. Deshalb ist es nicht nötig gestillten Babys Wasser oder Babytee anzubieten. An heißen Tagen ist es empfehlenswert sie häufiger zu stillen. Babys, die mit adaptierter Milchnahrung gefüttert werden, können an heißen Tagen auch abgekochtes Wasser trinken.
Andreja Širca Čampa, Dipl.-Ing. für Lebensmitteltechnologie (Uni)
klinische Diätassistentin