
Das Immunsystem des Körpers, ein Netz von Zellen, Gewebe und Organen, bildet die erste Abwehrlinie vor Infektionen. Seine Wirkungsweise wird als Immunantwort bezeichnet, sie schließt etliche Abwehrreaktionen vor Fremdkörpern und Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen, ein.
Die Immunabwehr des Kindes ist im großen Maße von der Immunabwehr und Ernährung der Mutter abhängig. Diese wird nämlich schon in der Gebärmutter gebildet, wo die Immunantikörper der Mutter (Immunglobulin der Klasse G) auf das Kind übergehen und es vor Infektionen schützen. In den letzten Schwangerschaftswochen und in den ersten sieben bis zehn Tagen nach der Geburt, bildet sich bei der Mutter Kolostrum, eine Milch, die sehr reich an Kohlenhydraten, Eiweißen und Immunantikörpern ist. Die Übertragung der Immunantikörper wird mit dem Stillen fortgesetzt. Es ist wichtig zu betonen, dass Muttermilch alle Immunantikörper enthält (IgA, IgD, IgE, IgG, IgM), die die Entwicklung von Krankheiten und der häufigsten Infektionen der Ohren, der Lunge, der Verdauungsorgane, Harnorgane und Allergien, verhindern. Im Alter von zwei bis drei Monaten beginnt das Baby seine eigenen Antikörper zu produzieren, deshalb verringert sich die Anzahl der übertragenen Immunantikörper. Wenn das Kind sechs Monate alt ist, gleicht sich die Produktion aus und damit ist das Immunsystem fast völlig entwickelt.
Obwohl Säuglingsmilchnahrungen eine muttermilchnahe Zusammensetzung anstreben, enthalten sie keine hochwertigen Immunantikörper wie Muttermilch. Gerade deshalb wurde durch zahlreiche Studien festgestellt, dass sich bei gestillten Kindern im ersten Lebensjahr weniger Infektionen entwickeln.
Einen großen Einfluss auf das Immunsystem haben Probiotika, "gute" Mikroorganismen, die im Darm leben und das Kind vor verschiedenen Krankheiten schützen. Eine der Hauptaufgaben der Darmflora besteht darin, den Darm vor einer Kolonisation der Pathogene zu schützen und die Immunwirkung des Darms zu aktivieren. Damit unterstützt sie das Heranreifen des Immunsystems. Durch die Geburt und das Stillen erbt das Baby von der Mutter die Immunkörper und die mikrobiologische Flora, wodurch ein individueller, einzigartiger probiotischer "Darmabdruck" gebildet wird. Mit der Einführung von sämiger Nahrung kommt es zu einer großen Veränderung der Darmflora des Kindes, was die Bedeutung einer richtigen und ausgewogenen Ernährung bestätigt.
Die Einführung von sämiger Nahrung beginnt am häufigsten mit Obst, Gemüse und Getreide, die die reichsten Quellen von Phytonutrients (Vitamin C, Vitamin E, Karotenoide, Zink, Selen, essenzielle Fettsäuren usw.) sind und die durch zahlreiche wissenschaftliche Studien überprüft wurden, was sie an die Spitze der Liste von Immunabwehrverstärkern stellt. Die Aufgabe der Phytonutrients bei der Immunabwehr ist es die Produktion von weißen Blutkörperchen und Interferon, Antikörpern, die die Zellen des Organismus umgeben und sie vor Bakterien und Viren schützen, zu fördern. Deshalb werden Milch-, Obst- und Gemüsebreie, angereichert mit verschiedenen hochwertigen pflanzlichen Fetten (Oliven-, Sonnenblumen-, Leinöl), eine ausreichende Menge bioaktiver Stoffe gewährleisten, die eine gesunde Entwicklung des Kindes ermöglichen.
In der Zeit des Wachstums und der Entwicklung genießen Kinder immer mehr Kuhmilch und Milchprodukte, die eine ausgezeichnete Quelle von hochwertigen Eiweißen und Mikronutrients sind. Jedoch wählen Eltern zu häufig Milchdesserts (Pudding, Mousse, Schokomilch). Wir empfehlen, dass Sie sie durch fermentierte Milchprodukte ersetzen. Joghurt, acidophile Milch, Kefir, Sauermilch und Käse sind eine reiche Quelle an probiotischen Kulturen, die die Darmflora erneuern, die Immunantwort stärken und den Körper schützen.
Bei der Zubereitung von Gerichten verwenden wir oft eines der bestbekannten und stärksten, natürlichen Antibiotika, Knoblauch. Da er aber ein intensives Aroma hat, empfehlen wir, dass Sie ihn verschiedenen Saucen und anderen Gerichten beigeben. Obwohl thermisch unbearbeiteter Knoblauch empfehlenswert ist, bleibt seine Wirkung auch in gekochten Gerichten erhalten. Deshalb sollte Knoblauch fast jeden Tag in der Ernährung des Kindes vertreten sein.
Eltern belohnen kleine Kinder häufig mit Desserts und Imbissen, die Zucker enthalten. Es ist aber bekannt, dass diese, mit der Verminderung der Aktivität von weißen Blutkörperchen, die Immunantwort schwächen. Aus diesem Grund empfehlen wir Eltern, dass Sie bei Kindern auf den Verzehr von Einfachzucker, die am häufigsten in Säften, gezuckerten Tee, Süßspeisen und Imbissen vorhanden sind, achtgeben. Am besten ist es, wenn Sie diese Produkte mit Getreide und/oder Nüssen ersetzen, die reich an essenziellen Fettsäuren und Mineralstoffen sind.
Für die Entwicklung einer guten Immunabwehr ist nicht nur eine richtige Ernährungsweise, sondern auch eine gesunde Lebensweise nötig. Diese sollte eine regelmäßige Hand- und Mundhöhlenhygiene, ausreichend Schlaf, Körperaktivitäten, Spielen und Aktivitäten in der Natur, einschließen.
Tena Niseteo, Dipl.-Ing. für Ernährungstechnologie
Ernährungsexpertin/Diätassistentin
Klinik für Kinderkrankheiten, Zagreb